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Festival 2days2nights of new music 2018. Odessa/Ukraine
Großer Saal der Philharmonie Odessa - 21.April 2018, 21:30




Unser Gedenken - Musiktheatralisches Konzert mit Werken der jüdischen Komponisten Ella Milch-Sheriff, Karl Kohn und Viktor Ullmann
zum 70.Jahrestages der Gründung des Staates Israel


In der „Weise von Liebe und Tod des Cornet Christoph Rilke“ erzählt Rainer Maria Rilke die Geschichte eines jungen Fahnenträgers in der Armee des österreichischen Kaisers Leopold I, der im Jahr 1663 gegen die Türken kämpft, die Wien erobern wollen. Durch die ebene, endlose Landschaft Ungarns muss er lange Wegstrecken zurücklegen, trifft verschiedene Menschen unterwegs, tote und lebende, andere Soldaten, schreibt einen Brief an seine besorgte Mutter. Auf einer Burg findet er Rast von den Strapazen des militärischen Lebens, dort trifft er eine Frau - eine ganze Nacht lang. Lärm und Feuer reißen ihn aus diesem Traum, er stürzt sich in den Feind. Am Ende bleibt eine weinende Mutter zurück.

Der jüdisch-österreichische Komponist Viktor Ullmann vollendete das Melodram auf Rilke's „Cornet“-Text als eine seiner letzten Kompositionen im September 1944 als Häftling im Konzentrationslager Theresienstadt. Am 18.Oktober 1944 wurde er in Auschwitz ermordet. Er widmete das Melodram seiner Frau Elly, die die Schrecken der Shoa überlebte.

Seit über 20 Jahren hat Rupert Bergmann den „Cornet“ in seinem Repertoire und hat ihn vorallem in Produktionen von Musiktheater ARBOS (Regie: Herbert Gantschacher) in verschiedenen Besetzungen (Klavier solo, Akkordeon solo, Orchester) und Versionen an vielen Orten Europas und Nordamerika's aufgeführt. Aus diesen Erfahrungen schöpfend hat Rupert Bergmann ein eigenes Konzept für die szenische Umsetzung des Werkes entwickelt, das vor allem die zeitlose Kraft von Musik und Text betont, aber auch den historischen Kontext nicht außer Acht lässt.


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